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Selbstwahrnehmung – wozu ist das gut

Wer bin ich? Diese Frage beantwortet sich jeder Einzelne gewissermaßen instinktiv durch Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Mit Selbstwahrnehmung sind keinesfalls nur das eigene Spiegelbild und die äußerliche Erscheinung gemeint. Zunächst ist die Wahrnehmung ein biologischer Prozess des Nervensystems, der zum Ziel hat mit Hilfe aller menschlichen Sinne Informationen zu gewinnen, um diese dann einordnen und bewerten zu können. Da die Selbstwahrnehmung auch ein psychologisches Phänomen ist, rücken außerdem noch die inneren Sinneseindrücke, also Emotionen und unsichtbare, seelische Prozesse in das Aufmerksamkeitsfeld.

Selbstwahrnehmung

Selbstwahrnehmung, auch Eigenwahrnehmung genannt, ist die Wahrnehmung der eigenen Person, des Selbst. Selbstwahrnehmung und Selbstbeobachtung dienen gleichermaßen dem Zweck einer individuellen Bewusstseinsbildung und sind für das Selbstbewusstsein eines Menschen unentbehrlich. Das Gegenstück zur Selbstwahrnehmung ist die Fremdwahrnehmung, welche die Wahrnehmung der eigenen Person durch Andere darstellt.

Die Selbstwahrnehmung kann durch Abwehrmechanismen wie Verzerrung, Verleugnung oder Verdrängung beeinflusst werden. Diese erworbenen psychologischen Verhaltensmechanismen gehören zu einem Fehlverhalten, das als Selbsttäuschungen bekannt ist. Oft hat diese Selbsttäuschung  ihren Ursprung in zu hoch gesteckten Zielen und Wunschbildern, welche die Person nicht erfüllen oder erreichen kann. Wer ein Idealbild von Perfektion im Kopf hat und stur daran festhält leidet oft an Scham und Angst Andere könnten die eigenen Unzulänglichkeiten bemerken. Eine Akzeptanz des Selbstbildes ist bei verzerrter Selbstwahrnehmung gestört und nur schwer möglich.

Definition Selbstbild

Das Selbstbild ist die Summe der eigenen Selbstwahrnehmungen, Fremdwahrnehmungen und Erfahrungen durch Selbstbeobachtung, sowie Interaktion im sozialen Raum. Es setzt sich aus drei Dimensionen zusammen:

  • kognitive Elemente: Vorstellungen von den eigenen Eigenschaften und dem eigenen Wesen
  • emotional-affektive Elemente: Selbstliebe und Antrieb
  • wertende Elemente:  Selbsteinschätzung und Einstellung zur eigenen Persönlichkeit

Gesunde Selbstwahrnehmung Definition

Prinzipiell gilt, wer durch Vergleich von Aussagen und Mitteilungen aus der Fremdwahrnehmung große Übereinstimmungen mit seinem Selbstbild findet, ist auch in der Lage sich selbstbewusst und sicher darzustellen. Große Diskrepanzen zwischen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung führen zu Unsicherheit im sozialen Umgang mit anderen Menschen und im schlimmsten Fall zu sozialen Störungen. Umso mehr sich die eigenen Aussagen über Charakter und Eigenschaften einer Person mit ihrem Umfeld also den Fremdbeobachtern deckt, desto realistischer und gesünder ist die Selbsteinschätzung dieser Person.


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